Bisher wurde für diejenigen unter 25 die Summe auf das Bürgergeld angerechnet, egal ob die Freiwilligen diese Unterstützung bezogen oder ihre Eltern.
"Damit ist eine Gerechtigkeitslücke geschlossen. Wir möchten die Freiwilligendienste für alle Schichten offenhalten, aber für Menschen aus einkommensschwachen Familien ist es deutlich schwerer über die Runden zu kommen", sagt Michael Wunder von der Jungen Caritas im Bistum Hildesheim. "Der Einstiegssold für freiwillig Wehrdienstleistende liegt jedoch bei über 1.500 Euro. Das ist für Jugendliche ohne finanzielle Rücklagen oder reiche Eltern ein Argument gegen FSJ und BFD. Da ist noch einiges zu tun".
Mit der Taschengeld-Entscheidung ist pünktlich zum zwölften Geburtstag des Bundesfreiwilligendienstes am 1.Juli eine der Forderungen der Kampagne "Freiwilligendienst stärken" (www.fwd-staerken.de) erfüllt. Sie will bis 6.Juli mindestens 50.000 Unterschriften sammeln, damit zur gesamten Situation der Freiwilligen eine öffentliche Anhörung im Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages stattfindet. Die Junge Caritas aus dem Bistum Hildesheim unterstützt die Kampagne.
Im Bistum sind im Freiwilligen Sozialen Jahr 160 junge Menschen im Alter zwischen 16 und 26 Jahren im Einsatz. Im Bundesfreiwilligendienst sind es 80. Hier gibt es auch Angebote für diejenigen, die älter als 26 sind. Die über 200 Freiwilligen arbeiten in 196 Einsatzstellen im gesamten Bistum, von Duderstadt bis zur Insel Langeoog. Neue Freiwillige sind jederzeit willkommen, die Online-Bewerbung macht die Anfrage einfach. Die Freiwilligendienste werden gefördert aus Mitteln des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, aus Kostenbeteiligungen der Einsatzstellen und durch Spender:innen.