Hildesheim, 04.02.2026. Anike Hildebrandt findet es "sehr cool", dass sie in ihrer neuen Position als Bundessprecherin der FSJler bei katholischen Trägern jetzt Politik von innen kennenlernt. Sie vertritt damit die Interessen der Freiwilligendienstleistungen in katholischen Einsatzstellen, z.B. auch bei der Caritas.
Keine Politikverdrossenheit
Die 18jährige aus Hannover wird Anfang März Gelegenheit haben, selbst "Politik zu machen". Dann treffen sich die Bundessprecher:innen in Berlin, um die anstehenden Gespräche mit den Bundestagsabgeordneten vorzubereiten. In Sachen Freiwilligendienst gibt es gerade viel Bewegung. Wie wirken sich der freiwillige Wehrdienst und die Debatten um einen Ersatzdienst oder ein Gesellschaftsjahr aus? Was sind die Zukunftsperspektiven?
Die junge Frau kennt keine Politikverdrossenheit: "Alle sind verantwortlich für eine gute Gesellschaft, denn in einer Demokratie gestaltet jeder und jede die Regierung mit, alle können sich einbringen", sagt sie. Viele Feindbilder können man durch direkten Kontakt, Ausprobieren, Mithelfen beseitigen.
FSJ sollte freiwillig bleiben
Anike Hildebrandt kennt die Bedürfnisse, Wünsche und Sorgen der jungen Menschen im Freiwilligendienst aus eigener Erfahrung. Sie ist im Vinzenz Krankenhaus in Hannover in der Pflege im Einsatz. "Nach sechs Monaten kenne ich mich ganz gut aus. Wenn ein Patient oder eine Patientin klingelt, kann ich meist selbstständig weiterhelfen." Später will Anike Hildebrandt Jura studieren und arbeitet dafür nebenbei in einer Kanzlei. "Das ist nur möglich, weil ich mein FSJ in Teilzeit ableisten kann."
Für die FSJler wünscht sie sich im Bistum, dass sich in den Einsatzstellen Zeit für die Einarbeitung genommen wird. "Das FSJ steht und fällt mit der Anleitung, damit man später eine echte Hilfe sein kann. Sonst ist das schnell frustrierend." Auf der Bundesebene möchte sie erreichen, dass das FSJ diverser wird. Teilzeitangebote wären ebenso wichtig wie ein Zugang für jungen Menschen aus einkommensschwachen Familien: "Ich kann mir das auch nur mit Unterstützung meiner Eltern leisten."
Anike Hildebrandt will sich außerdem in ihrer Position als Bundessprecherin dafür einsetzen, dass das FSJ freiwillig bleibt. Damit sich genug Menschen für den Dienst entscheiden, müsse das FSJ besser ausgestattet und wertgeschätzt werden. "Wenn man dazu gezwungen wird, ist das nur Absitzen von Zeit." Sie lerne jeden Tag Verantwortung und Gemeinschaft, könne sich nun die Arbeitswelt vorstellen und habe sogar den Reiz der Arbeit in der Pflegebranche kennengelernt. Hildebrandt: "Das hätte ich vorher so nicht gedacht."