Anlässlich der heutigen Sitzung des EU-Rates der Justiz- und Innenminister:innen sollte sich die Bundesregierung dafür einsetzen, dass Deutschland und weitere EU-Mitgliedsstaaten aktiv Menschen aus Griechenland aufnehmen. Dieser Forderung schließt sich der Caritasverband für die Diözese Hildesheim an.
Caritasdirektor Achim Eng: "Wir verdrängen gern, dass in den griechischen Elendslagern zum Beispiel in Moria immer noch Familien in der Hoffnungslosigkeit dahin vegetieren. Das Aufnahmeprogramm fortzusetzen ist ein Akt der Nächstenliebe." Offiziell wurden mit der Landung des bisher letzten Flugzeugs mit Geflüchteten aus Griechenland am 22. April die hiesigen Aufnahmeprogramme beendet.
Franziska Vilmar von Amnesty International in Deutschland sagt dazu laut epd: "Für rund 2.700 Menschen bedeutete die Aufnahme in Deutschland die Aussicht auf Sicherheit und eine Zukunft. Für tausende weitere Geflüchtete hat sich an der Perspektiv- und Rechtlosigkeit auf den griechischen Inseln bisher nichts verändert."
Statt den Menschen akut und langfristig zu helfen, verfolgen manche Staaten noch eine härtere Zuwanderungspolitik. Beispielsweise, wenn Dänemark jetzt neue Geflüchtete gar nicht erst ins Land kommen lassen will. "Es ist völlig inakzeptabel, Asylzentren an den EU-Außengrenzen zu errichten oder Asylverfahren in den bitterärmsten Ländern der Welt abhandeln zu wollen. Schutzsuchenden darf ein reguläres Verfahren in Europa nicht verweigert werden. Wir brauchen dringend eine geordnete Asylpolitik in Europa", urteilt der Präsident des Deutschen Caritasverbandes Peter Neher.
Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim ist Mitglied in der Initiative United4Rescue, die sich um eine Lösung der Flüchtlingsfrage bemüht und regelmäßig Menschen aus dem Mittelmeer vor dem Ertrinken retten.
Die gemeinsame Erklärung zur Sitzung des EU-Rates finden Sie hier: Aufnahme von Geflüchteten aus Griechenland fortsetzen!
Unterzeichnende Organisationen:
Amnesty International Deutschland e.V., Arbeitsgemeinschaft Migrationsrecht im DAV, Ärzte der Welt e.V., Ärzte ohne Grenzen e.V., Der Paritätische Gesamtverband e.V., Deutscher Caritasverband e.V., Diakonie Deutschland e.V., Equal Rights Beyond Borders e.V., Jesuiten Flüchtlingsdienst Deutschland, Pro Asyl e.V., Save the Children e.V., terre des hommes Deutschland e.V., World Vision Deutschland e.V.