Hannover/Osnabrück/Hildesheim/Vechta (CiN) Die Caritas in Niedersachsen bekräftigt ihre klare Haltung für eine offene, vielfältige und tolerante Gesellschaft und gegen jede Form von Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit. Anlass ist die Einstufung des AfD-Landesverbands Niedersachsen im Februar 2026 durch das Niedersächsische Landesamt für Verfassungsschutz als "gesichert rechtsextremistisch". Bereits im Mai 2025 hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz die Bundespartei als "gesichert rechtsextrem" eingestuft.
Die Caritas in Niedersachsen sieht sich durch diese Bewertungen in ihrer Haltung bestätigt. "Die Einschätzung des niedersächsischen Landesamts für Verfassungsschutz zeigt, dass die aktuell größte Gefahr für unsere Gesellschaft vom Rechtsextremismus ausgeht", erklärt David Schulke, Landesgeschäftsführer der Caritas in Niedersachen. Und mit Blick auf die politische Entwicklung ergänzt er weiter: "Die AfD ist demnach nun eindeutig diesem Spektrum zuzuordnen."
Nach Einschätzung der Caritas richtet sich die Programmatik der Partei gegen fundamentale Prinzipien des demokratischen Zusammenlebens. "Die AfD grenzt bestimmte Menschen aus, missachtet die Menschenwürde und hinterfragt offen Regelungen des Grundgesetzes", betont Dr. Marie Kajewski, Caritasdirektorin im Diözesanverband Hildesheim.
Die Position der Caritas ist dabei eindeutig: "Das Programm und das Auftreten der Politikerinnen und Politiker der AfD widersprechen den christlichen Werten und dem Auftrag der Caritas", erklärt Dr. Gerhard Tepe, Caritasdirektor im Landes-Caritasverband Oldenburg (Vechta).
Konkrete Maßnahmen
Die festgestellte Unvereinbarkeit mit den Werten der Caritas haben für das Handeln des Verbandes konkrete Konsequenzen. "Für uns bedeutet das unter anderem, dass wir keine Vertretungen der Partei zu unseren Veranstaltungen einladen, Positionen der Partei kritisch einordnen und öffentlich dazu Stellung beziehen", erläutert Johannes Buß, Caritasdirektor im Diözesanverband Osnabrück. "Diese Grundhaltung erwarten wir auch von unseren Mitarbeitenden."
Bereits im März 2024 hatte die Caritas in Niedersachsen mit ihrer Initiative "Kein Platz für Rassismus" klar Stellung für eine vielfältige, offene und gerechte Gesellschaft bezogen. Die aktuelle Bewertung der Verfassungsschutzbehörden nimmt der Verband nun zum Anlass, diese Position zu bekräftigen und seine Haltung gegenüber der AfD weiter zu schärfen.
Gleichzeitig gelte für die Caritas in Niedersachsen, was die Deutschen Bischofskonferenz in ihrer Erklärung "Völkischer Nationalismus und Christentum sind unvereinbar" betont hat. "Wir entziehen uns keinem Dialog mit Menschen, die zwar für diese Ideologie empfänglich, aber gesprächswillig sind. Gesellschaftliche Herausforderungen müssen im konstruktiven Diskurs angegangen und gelöst werden. Sobald hier aber menschenfeindliche Lösungsansätze oder Haltungen angewandt werden, melden wir uns mit deutlichem Widerspruch zu Wort", ordnet Schulke ein.
Die Erklärung der Caritas in Niedersachsen finden Sie auf dieser Seite zum Download.