Berlin, 10. März 2026. Vierzehn zivilgesellschaftliche Organisationen mit gemeinsam über 20 Millionen Mitgliedern haben ein Bündnis für einen starken und zukunftssicheren Sozialstaat gegründet. Das Sozialstaatsbündnis kritisiert die zunehmende Schieflage in der politischen Debatte, in der der Sozialstaat wiederholt als unfinanzierbar oder als reiner Kostenfaktor dargestellt wird.
Caritas-Präsidentin Eva Welskop-Deffaa: "Es braucht erreichbare Angebote der sozialen Daseinsvorsorge: in Stadt und Land, in der Schuldner- und Erziehungsberatung, in der ambulanten Pflege und in der Kinderbetreuung. Wer hier in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Anspannungen, ökonomischer Unsicherheiten und demographischer Herausforderungen spart, nimmt der Feuerwehr den Rüstwagen bei akuter Brandgefahr. Einsparungen reduzieren zudem Einsatzmöglichkeiten für die vielen Ehrenamtlichen, die bereit sind sich für Menschen in Not zu engagieren und schwächen damit das Netz aus haupt- und ehrenamtlichem Engagement, das unsere Gesellschaft trägt."
Aktuelle Umfrage
Das Bündnis hat das Meinungsforschungsinstitut YouGov mit einer Umfrage beauftragt, um herauszufinden, wie die Menschen in Deutschland zu den Themen Sozialstaat, Rente, Pflege, Facharzttermine und Wohnen stehen. Mehr dazu unter www.vdk.de/sozialstaatsbuendnis
Zu den wichtigsten Ergebnissen zählt die breite Unterstützung für einen starken Sozialstaat:
- 79 Prozent der Befragten sagen, dass ein leistungsfähiger Sozialstaat den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt.
- Eine deutliche Mehrheit von 73 Prozent spricht sich dafür aus, Menschen mit sehr hohen Vermögen stärker als bisher zu seiner Finanzierung heranzuziehen.
- Nahezu einhellig ist die Meinung beim Thema Pflege: 95 Prozent halten eine menschenwürdige stationäre und ambulante Versorgung für notwendig, die niemanden finanziell überfordert.
- Trotz anhaltender Debatten und Desinformationskampagnen wäre mehr als die Hälfte der Befragten bereit, höhere Beiträge zu zahlen, wenn dadurch die eigene Rente steigt.
Das Sozialstaatsbündnis fordert von der Bundesregierung, mehr für die ökologische Transformation zu leisten und dringend notwendige Schritte sozial gerecht zu gestalten - mit fairer Lastenverteilung und sicheren Übergängen für Beschäftigte und Regionen. Die unterzeichnenden Verbände vertreten gemeinsam mehr als 20 Millionen Mitglieder, Beschäftigte, ehrenamtlich Aktive und Ratsuchende. Sie erleben jeden Tag, wie Solidarität entsteht und welche riesigen Potenziale in einem gerechten und leistungsfähigen Sozialstaat stecken.
Zum Bündnis gehören:
Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland Arbeiterwohlfahrt, Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Deutscher Caritasverband, Deutscher Gewerkschaftsbund, Deutscher Mieterbund, Der Paritätische Gesamtverband, Diakonie Deutschland, IG Metall, Sozialverband Deutschland SoVD, Sozialverband VdK Deutschland, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Volkssolidarität, Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland