Hildesheim, 19.05.2026 19 Vertreter:innen von polnischen Organisationen, die mit und für Menschen mit Beeinträchtigungen arbeiten, waren zwei Tage zu Gast im Caritasverband für die Diözese Hildesheim.
Polnische Gäste des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim, ganz links außen Referent Christian Janzen und ganz rechts Agnieszka Krawczyk-Balon, Teamleiterin Sozialpolitik.Büsra Yalcin-Caritas
Der Besuch findet im Rahmen des Erasmus+Programms statt und wird vom Verband der Sozialorganisationen der Woiwodschaft Ermland-Masuren (FOSa) organisiert. Ziel des Austauschs ist es, mehr über die rechtlichen Grundlagen für Menschen mit Behinderungen in Niedersachsen zu erfahren. Christian Janzen führt die Gäste am Montag in das System der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigungen ein. Insbesondere die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK), das Sozialgesetzbuch IX (SGB IX) sowie das Bundesteilhabegesetz (BTHG) war für die Delegation von Interesse.
Im Mittelpunkt stand dabei die Themen Selbstbestimmung, Inklusion, Barrierefreiheit und gleichberechtigte Teilhabe. Die Gäste aus Polen konnten die praktische Arbeit bei einem besuch in der Heimstatt Röderhof kennenlernen und in der unabhängige Teilhabeberatung für Stadt und Landkreis Hildesheim.
In Polen ist die Situation für Menschen mit Beeinträchtigungen weiter schwierig. Die wichtigsten Probleme betreffen Barrierefreiheit, Arbeitsmarkt, Bildung, soziale Absicherung und gesellschaftliche Teilhabe. So sind viele öffentliche Gebäude, Verkehrsmittel und digitale Dienstleistungen noch nicht vollständig barrierefrei.
In ganz Europa besteht weiterhin eine große Beschäftigungslücke zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen. Da ist Polen keine Ausnahme: Menschen mit Behinderungen haben deutlich schlechtere Chancen auf Beschäftigung als Menschen ohne Behinderung. Viele Schulen sind nicht auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen vorbereitet.
Gleichzeitig gibt es auf EU- und nationaler Ebene neue Gesetze und Strategien, die die Situation langfristig verbessern sollen.