"Wir wollen Menschen, die engagiert Gutes tun, verstärkt unsere Anerkennung aussprechen", so Eng. "Wer durch sein Handeln zum Gemeinwohl beiträgt, darf nicht verunglimpft werden. Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft braucht es dringend 'Gutmenschen'."

Tatsächlich würden die menschenverachtenden und intoleranten Stimmen in Deutschland und Europa lauter. Es dürfe nicht sein, dass Hilfe und Solidarität verächtlich gemacht würden. "Wir wollen die Deutungshoheit darüber, was gut ist und was gute, hilfsbereite Menschen sind, nicht denen überlassen, die den Begriff ‚Gutmensch‘ diskreditieren", so der Caritasdirektor weiter.
Die Kampagne der Caritas lädt vor diesem Hintergrund auch dazu ein, aktiv zu werden und Menschen beizustehen, die Hilfe brauchen. Angelika Kleideiter, Armutsexpertin beim Caritasverband für die Diözese Hildesheim, beschreibt klare Forderungen an die Politik: "Bessere Rahmenbedingungen für Engagement, Ehrenamt und Menschen, die soziale Verantwortung übernehmen. Stellschrauben für mehr Anerkennung und gute Rahmenbedingungen sind beispielsweise die Förderung von Betreuungsvereinen, verbesserte Löhne und Arbeitsbedingungen in der Pflege, kostenlose ÖPNV-Fahrten für Engagierte im Bundesfreiwilligendienst und im Freiwilligen Sozialen Jahr."
Was ist eigentlich ein Gutmensch? Im eigentlichen Wortsinn ein Mensch, der Gutes tut. Heute wird das Wort Gutmensch jedoch eher dazu genutzt, Andersdenkende pauschal zu diffamieren. 2015 wurde Gutmensch deshalb sogar zum Unwort des Jahres. Dagegen setzt der Deutsche Caritasverband nun bundesweit ein Zeichen und macht den Begriff zum Label für die Kampagne "Sei gut, Mensch!", die auf Werbebannern, Plakaten, in Magazinen, im Web und in den sozialen Medien ausgespielt wird.
Kleideiter: "Im Mittelpunkt der Kampagne stehen Geschichten wie die des ehrenamtlichen Helfers Klaus Böhm, der sich seit inzwischen 36 Jahren in der Behindertenarbeit engagiert. Und es geht um Menschen wie Betty, die vor drei Jahren den afghanischen Flüchtling Milad bei sich aufgenommen hat und sich mehr Toleranz und die Bereitschaft wünscht, andere Kulturen kennenzulernen."
Weiteres zur Jahreskampagne 2020 "Sei gut, Mensch!"