Der neu geschaffene niedersächsische Klimarat hat am Freitag offiziell seine Arbeit aufgenommen. Seine zentrale Aufgabe: das Land bei dem Ziel, bis 2040 klimaneutral zu sein, zu begleiten. Caritasdirektorin Dr. Marie Kajewski ist von den Wohlfahrtsverbänden in das Gremium entsandt worden. Zufällig ausgeloste Bürger sind Teil des Konzepts. Christian Meyer, niedersächsischer Umweltminister (Grüne) sagt dazu: "Wir wollen Klimaschutz gemeinsam mit den Menschen umsetzen - und nicht über ihre Köpfe hinweg. Die Politik ist gut beraten, breit getragene Vorschläge von Klima- und Bürgerrat ernst zu nehmen und auch umzusetzen."
Der niedersächsische Klimarat Rainer Jensen
Sozial gerechter Klimaschutz
Der Rat setzt sich sowohl aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als auch aus Mitgliedern von Verbänden zusammen. Vorsitzende ist Anne Schierenbeck, die an der Hochschule Osnabrück Energiemanagement lehrt. Vorschläge, die Wissenschaft und Verbände machen, müssen laut Umweltministerium einen "Praxischeck" bestehen. Gemeint ist damit, dass ein Gremium aus 60 zufällig ausgelosten Bürgerinnen und Bürgern ein Votum zu den Vorschlägen abgeben wird. Die ausgelosten Personen sollen den Querschnitt der Gesellschaft repräsentieren, etwa in Bezug auf Geschlecht und Alter, Wohnumfeld und Einkommen. So eine Konstruktion, dass Klimaschutzmaßnahmen aus unterschiedlichen Blickwinkeln abgewogen werden, sei "einzigartig in Deutschland", sagt Umweltminister Christian Meyer (Grüne). Meyer: "Und wir wollen zeigen, dass Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und soziale Gerechtigkeit zusammengehören. Daher sind auch die Gewerkschaften und Sozialverbände im Klimarat stark vertreten. Niedersachsen setzt auf sozialen Klimaschutz, etwa in der Sozialwirtschaft, aber auch auf den Umstieg für kleine Einkommen, auf die sich die Förderung konzentrieren sollte."
Maßnahmen - nicht über die Köpfe hinweg
In ihrer Klimaschutzstrategie hat die Landesregierung unter anderem festgelegt, klimaschädigende CO2-Emissionen bis 2030 um mindestens 75 Prozent und bis 2035 um mindestens 90 Prozent gegenüber 1990 zu mindern.