Führungskräfte der Caritas im Bistum Hildesheim haben sich in der vergangenen Woche über die neue Enzyklika von Papst Leo XIV. ausgetauscht. Der Papst sieht in seinem über 100 Seiten starken Lehrschreiben die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) als besondere Herausforderungen für die Menschheit an. Im Gespräch mit Geschäftsführern, Teamleitungen und der Caritasdirektorin Dr. Marie Kajewski ging es um den Abschnitt 25 mit dem Titel "Die Soziallehre als gemeinschaftliche Entscheidungsfindung".
"Das Verständnis von Wahrheit als Geschenk, das es miteinander zu teilen gilt, und nicht als Besitz, den man für sich beansprucht, befreit die Kirche von der Versuchung, Formen ihrer Präsenz nachzutrauern, die auf Macht beruhen." Solche Sätze waren für die Gruppe überraschend und erfrischend. Für Dr. Marie Kajeswki war das der Auftrag "die eigenen Wahrheiten im Diskurs hinterfragen zu lernen".
Gerade in Zeiten der Krisen und Desinformation konnten die Teilnehmenden auch folgender Passage nur zustimmen: "Es kommt nicht in erster Linie darauf an, Machtpositionen zu besetzen oder kulturelle Festungen zu bewachen, sondern Prozesse des Guten in Gang zu setzen und sie reifen zu lassen." Sicherlich ein Anspruch, der auch die kirchlichen Führungsstrukturen noch in Gänze durchdringen müsste, hieß es in Hildesheim.
Aus dem Abschnitt zur Soziallehre der Enzyklika lässt sich auch der Bogen zur alltäglichen Arbeit in der Caritas spannen. Führungskräften der Caritas müsse es darum gehen authentisch zu sein, auch wenn sie eine Rolle auszufüllen hätten, war die Meinung von Olaf Bien, Vorstand Caritas Goslar. Das Gespräch auf Augenhöhe sei für die Caritas besonders wichtig, um Klarheit und Wahrheit bieten zu können. Für andere reichten die Leitgedanken der Enzyklika noch weiter. Für Führungswerte und die Führungskultur sei die Enzyklika sehr inspirierend. "Wir müssen mehr in Führungskräfte investieren - in christliche Haltung und Werte", so das Fazit.
Die Reihe zum Austausch über die Enzyklika wird fortgesetzt. Mario Rusack-van Rossum, Teamleiter Beziehungsmarketing: "Diese erste Veranstaltung hat gezeigt, dass die Enzyklika im Abgleich mit der Praxis zu Atmen beginnt."
Die Enzyklika auf Deutsch findet sich hier: https://www.vatican.va/content/leo-xiv/de/encyclicals/documents/20260515-magnifica-humanitas.html
Das päpstliche Lehrschreiben trägt den Titel "Magnifica humanitas - über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz"