Auf den Sieg wetten? Bei vielen Fans der Fußball WM jetzt groß in Mode und im privaten Kreis ein harmloses Vergnügen. Doch wer dafür kommerzielle Wettanbieter nutzt, sollte vorsichtig sein. Der Deutsche Caritasverband (DCV) fordert gemeinsam mit der Caritas Suchthilfe (BAG CaSu) strengere Jugendschutz- und Alterskontrollen für Sportwetten und ein umfassendes Werbeverbot.
Sportwetten werden immer häufiger auf Social-Media-Plattformen beworben, die gezielt an junge Menschen ausgespielt werden. Verschiedene Studien zu Geldspielwerbung sowie Stellungnahmen deutscher Fachstellen zeigen, wie schnell jungen Menschen problematisches Spielverhalten droht, Sucht und Überschuldung sind typische Folgen.
Werbung für Sportwetten kommt über soziale Medien getarnt daher: als Sportinhalt, kaum als kommerzielle Botschaft erkennbar. So vermittele sie den Eindruck, Sport und Sportwetten seien eins. Gerade junge Nutzerinnen und Nutzer merkten oft nicht, dass sie gezielt zu einem Glücksspiel angesprochen werden, betont der Caritas-Verband.
Bereits während der Fußball-Europameisterschaft 2024 habe es eine massive Bewerbung von Sportwetten im direkten Umfeld der Spiele gegeben, heißt es in einem von DCV und BAG CaSU veröffentlichten Positionspapier unter Verweis auf Untersuchungen der Universität Hohenheim. Beiträge zu Spielergebnissen, Spielterminen oder Mannschaften würden genutzt, um indirekt für Wettangebote zu werben, oft ohne klare Kennzeichnung und mit deutlich weniger Hinweisen auf Risiken oder Altersbeschränkungen.
Nach Ansicht der Caritas ist der Ausbau von Präventionsangeboten und ihre verpflichtende Integration in die Ausbildung von Trainerinnen und Trainern besonders wichtig: "Besonders junge, sportaffine Menschen sind gefährdet, riskante Wetten einzugehen. Viele glauben, ihr Fachwissen über Sport verschaffe ihnen einen Vorteil und ermögliche schnelle Gewinne. Frühzeitige Aufklärung in ihrem Umfeld kann sie schützen", sagt Thomas Abel, Leiter der BAG CaSu Arbeitsgruppe Glücksspielsucht.