Wie Soziale Innovation bei der Caritas konkret wird
Neugier auf innovatives Arbeiten: die Teilnehmer:innen der Caritas-InnovationsSchmiedeElena Plinke
Die sozialen Innovationsprojekte der Caritas InnovationsSchmiede sind in der Umsetzungs- und Testphase angekommen. Über rund 17 Monate werden aus ersten Ideen konkrete Projekte, die später in die Praxis der Verbände übergehen sollen. Im Mittelpunkt steht der gemeinsame Lernprozess nach dem Prinzip "Learning by Doing".
In interdisziplinären Projektgruppen arbeiten Mitarbeitende und Führungskräfte an realen Herausforderungen aus den Verbänden und der Gesellschaft. Es gibt feste Workshop-Termine, doch die Gruppen organisieren einen Großteil ihrer Arbeit selbst. Die Führungskräfte reflektieren ihre Rolle zusätzlich in Gruppencoachings.
Die Arbeit folgt dem Design Thinking und agilen Prinzipien: Lösungen entstehen Schritt für Schritt und orientieren sich an den Bedürfnissen der Zielgruppen. Die Gruppen haben ihre Ideen geschärft, Bedarfe per Umfrage geprüft und erste Prototypen getestet. Viele wechseln nun von der Testphase in die Modellierungsphase, in der funktionierende Ansätze für eine nachhaltige Umsetzung ausgearbeitet werden. Der Prozess verläuft nicht linear. Neue Erkenntnisse führen immer wieder zu Anpassungen.
Die aktuellen Themen:
• Künstliche Intelligenz in der Beratung: Mitarbeitende entlasten, mehr Zeit für Klient:innen schaffen
• Resilienz in Kitas: ein ganzheitliches Konzept für die psychische Gesundheit von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden
• Fundraising: neue Zielgruppen und Spendenformate, etwa Geburtstagsspenden
• Einsamkeit: Schulungen für ehrenamtliche "Einsamkeitslots:innen"
Was alle Projekte verbindet, ist der konsequente Blick auf die Zielgruppen und deren Bedürfnisse. Dieses zielgruppenzentrierte Arbeiten steht in direkter Verbindung mit dem Selbstverständnis der Caritas, Not zu sehen und darauf zu reagieren. In der Caritas InnovationsSchmiede wird dieses Prinzip erweitert: Es geht nicht nur um das schnelle Handeln, sondern auch um das bewusste Verstehen, Testen und Weiterentwickeln von Lösungen.
Die aktuelle Phase macht deutlich, dass Innovation Zeit, Raum und die Bereitschaft erfordert, Gewohntes zu hinterfragen. Die Caritas InnovationsSchmiede gestaltet genau diesen Erfahrungsraum und ermöglicht es den Teilnehmenden, neue Denk- und Arbeitsweisen zu erproben. So entstehen nicht nur konkrete Projekte, sondern auch neue Kompetenzen und Haltungen, die langfristig in die Organisation hineinwirken können.