Rund 100 Menschen aus unterschiedlichen Ländern kamen im Rahmen der Interkulturellen Woche unter dem Motto "Respekt ist grenzenlos" im Ratsgymnasium Peine zusammen. Der Caritasverband für den Landkreis Peine e.V. hatte gemeinsam mit dem Ratsgymnasium zur Veranstaltung eingeladen. Die Veranstaltung war ein Ort der Begegnung - mit Musik, persönlichen Geschichten, künstlerischen Perspektiven. Gemeinsam war den Organisator:innen der Wunsch nach einem respektvollen Miteinander, in dem Vielfalt sichtbar und erlebbar wird.
Als Hausherr begrüßte der Schulleiter des Ratsgymnasiums, Oberstudiendirektor Manfred Filsinger, die Gäste. Anschließend stellte Angela Denecke, Vorständin des Caritasverbandes Peine, die Migrationsarbeit des Verbandes vor. Sie nutzte die Veranstaltung zugleich, um auf aktuelle Herausforderungen in der Integrations- und Bildungsarbeit aufmerksam zu machen. Dabei ging Denecke insbesondere auf die sprachlichen und schulischen Perspektiven junger Zugewanderter ein. Nach einem Jahr in einer Sprachlernklasse verließen viele Jugendliche die Schule mit einem Sprachniveau unterhalb von B1. Dieses Niveau gilt aber als wichtige Grundlage für den Einstieg in eine Ausbildung.
Denecke verwies zudem auf einen bestehenden Widerspruch: "Deutschland sucht dringend Fachkräfte, übergeht aber systematisch die Ressourcen und Kompetenzen der Menschen, die bereits hier sind. Während wir aufwendig Arbeitskräfte im Ausland anwerben, schieben wir zeitgleich qualifizierte Menschen aus bestehenden Arbeits- und Ausbildungsverhältnissen ab." Mit Blick auf die aktuelle Politik kritisierte sie Kürzungen bei der finanziellen Förderung der Integrationsberatung und die zunehmende Einschränkung der Zielgruppen.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte der Musiker Fabien Diffé Kamga aus Braunschweig, gebürtig aus Kamerun. In seinen Liedern in verschiedenen Sprachen setzte sich der Musiker mit kultureller Identität, Vielfalt und Flucht auseinander. Seine Musik berührte viele der Anwesenden und bei einigen Gästen flossen während des Auftritts Tränen.
Die Schülerinnen und Schüler der BBS Peine hatten sich im Vorfeld im Workshop "Jede Erfahrung hat ihre Würde - Respekt ist grenzenlos" mit den Themen Migration, Flucht und Ankommen beschäftigt. Dabei entstanden Bilder und Illustrationen. Familie und Heimat waren ebenso Themen wie Sprache, Verlust und Zukunftsängste. Gleichzeitig fanden auch Hoffnung und Zuversicht ihren Platz in den künstlerischen Arbeiten, die ausgestellt wurden.
Ergänzt wurde das Programm durch Informationsstände. Neben dem Caritasverband waren u.a. Amnesty International, "Omas gegen Rechts", das Ratsgymnasium mit seiner Schul-AG "Vielfalt" sowie die Volkshochschule vertreten. Auch das neu gegründete Bündnis "Miteinander statt nebeneinander" aus Lengede stellte seine Arbeit vor.