Etwa eine halbe Million Menschen aus der EU und der ganzen Welt besuchen jedes Jahr die Plenarsäle des Europäischen Parlaments in Brüssel und Straßburg. Und im September waren neun Führungskräfte der Caritas dabei, aus den Diözesen Hildesheim, Osnabrück und dem Offizialat Münster (Oldenburg/Vechta).
Zu Besuch in Brüssel - von links nach rechts: Frauke Damerow, Monika Haseler,
Ralf Regenhardt, Heribert Mählmann, Tobias Oehler, Apiraami Kulasegaram, Agnieszka Krawczyk-Balon, Tobias Kutschka (DCV), Christine Kundolf-KöhlerMonika Haseler
Die EU, ihre Institutionen und Programme waren zunächst die Hauptthemen der Bildungsreise mit dem Schwerpunkt Sozialpolitik. Die Reisegruppe erhielt Einblicke in die Armutsstrategie der EU, besuchte den Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss und konnte sich zur EU-Förderung für Soziales in der nächsten Förderperiode 2028-2034 sowie zur Gesundheits- und Digitalpolitik austauschen. Im Gespräch mit der EU-Parlamentsabgeordneten Lena Düpont (CDU) ging es um Verteidigungs- und Sicherheitsfragen und die Widerstandsfähigkeit von Caritas-Einrichtungen im Krisenfall.
Auch der lokalen Caritas-Sektion, Caritas Vlaanderen, wurde ein Besuch abgestattet. Besonders interessant fanden die Gäste die Initiative "Family Following". Es ist ein Projekt für Kinder und Jugendliche aus Sinti-, Roma- oder anderen Wohnwagenfamilien in Flandern. Dieser Blick in andere Arbeitswelten eröffnete den Teilnehmenden einen Perspektivwechsel. Ein Perspektivwechsel auf die eigene Arbeit bedeutet, den gewohnten Blickwinkel zu verlassen, um neue Lösungen zu finden, Prozesse zu verbessern oder den eigenen Berufswert klarer zu sehen.
Das Fazit der Teilnehmenden zur Brüssel-Tour fiel durchweg positiv aus: "Die Idee eines friedlichen Europas lebt. Europa ist wichtig für Stabilität und Innovation." Viele lobten auch die Caritas-Gemeinschaft auf europäischer Ebene und betrachteten die Reise als wertvolle Erweiterung des eigenen sozialpolitischen Netzwerks.
Die Kosten der Reise wurden aus EU-Mitteln finanziert (Erwachsenenbildung im Programm Erasmus+.)
Für Fragen und Anregungen steht das Europa-Referat im Caritasverband für die Diözese Hildesheim zur Verfügung.