Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim unterstützt die Einrichtung eines "Trauerorts für Geflüchtete" in Hannover. Er soll geflüchteten Menschen die Möglichkeit geben, ihrer verstorbenen oder vermissten Angehörigen zu gedenken. Für tausende Menschen - Familienangehörige, Freund:innen, Wegbegleitende - gibt es oft kein Grab. Sie sind verschollen, auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken oder in Krisen und Konflikten ums Leben gekommen, ohne dass ihre Leichen bestattet werden konnten.
"Das Projekt widmet sich einem sensiblen und zugleich gesellschaftlich bedeutsamen Thema. Es schafft einen geschützten Raum für Menschen, die in ihrer neuen Heimat mit schmerzhaften und oftmals traumatischen Erinnerungen leben und zugleich Abschied und Trauer bewältigen müssen. Trauer braucht Raum, Anerkennung und einen Ort", sagt Agnieszka Krawczyk-Balon, Teamleiterin Sozialpolitik des Caritasverbandes für die Diözese Hildesheim. Die Initiative für die Einrichtung des Trauerorts für Geflüchtete geht vom Netzwerk für Traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen (NTFN e.V.) aus. Es engagiert sich für die psychosoziale Unterstützung geflüchteter Menschen.
Die konkrete Ausgestaltung und der Ort selbst stehen noch in der Diskussion, die das NTFN e.V. vor allem mit geflüchteten Menschen führt. Der bevorzugte Ort wäre ein Flussufer unter alten Bäumen in der Nähe des Maschsees und der Culemannstraße 14 in Hannover. Am 20. August findet eine Begehung mit vielen Unterstützer:innen statt, auch die Caritas ist dabei.
Das NTFN - Psychosoziale Zentren gGmbH betreibt Standorte in Braunschweig, Göttingen, Hannover, Lüneburg, Oldenburg und Osnabrück. Dort bietet es Einzel- und Gruppenangebote für psychisch erkrankte Geflüchtete. Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim unterhält Migrationsberatungen für verschiedene Zielgruppen und ist in der Caritasstelle in Friedland und in der Rückkehrberatung im Raphaelswerk aktiv. Er hat das Projekt mit einer Spende von 500 Euro unterstützt. Auch der Caritasverband Hannover gehört zu den Unterstützern.
Das NTFN freut sich über weitere Mitstreiter:innen. Mehr Infos unter
Zahlreiche lokale Organisationen unterstützen unseren Trauerort für Geflüchtete - Netzwerk für traumatisierte Flüchtlinge in Niedersachsen.