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Stand: 14.02.2017

Pressemitteilung

Allgemeine Sozialberatung

Wir wollen und dürfen keine Hilfesuchenden abweisen

Junge MutterEine erschöpfte Mutter findet in der Allgemeinen Sozialberatung (ASB) der Caritas eine erste Anlaufstelle zum Angehen ihrer Probleme.Foto: Deutscher Caritasverband/Wild

Hildesheim. "Wenn eine erschöpfte Mutter sich aufmacht, um Hilfe zu suchen, dann kommt sie nicht nur mit einem Problem", sagt Antje Braun, Referentin beim Caritasverband für die Diözese Hildesheim für ASB. Braun kennt die Zahlen der Beratungsstellen genau: sie hat die Notsituationen von 4784 Klientinnen und Klienten analysiert, die bei Caritas und Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) Hilfe suchten. Rein statistisch brachten die Hilfesuchenden zwei bis drei Probleme mit.

"Wir verzeichnen einen enormen Zulauf in unseren Beratungsstellen: Während es im Jahr 2015 noch 3775 Ratsuchende waren, haben wir im zurückliegenden Jahr 4784 Menschen beraten. Dies bedeutet einen Anstieg um mehr als 26 Prozent."

Die ASB ist Erstanlaufstelle für Menschen in sozialen Notlagen und persönlichen Krisen. 57 Prozent der Klienten leben von Grundsicherungsleistungen, rund drei Viertel der untersuchten 4784 Hilfesuchenden haben Kinder. Hinzu kommen aktuell immer mehr geflüchtete Menschen, die aus Gemeinschaftsunterkünften in Wohnungen umgezogen sind. Mehr als 50 Prozent der Ratsuchenden haben einen Migrationshintergrund. Die größte Gruppe bilden Familien und Alleinerziehende mit mehr als zwei Kindern.

"43 Prozent der Hilfesuchenden benötigten eine mehrstufige Beratung", so Antje Braun. "Unsere Kapazitäten reichen dafür bei Weitem nicht mehr aus. Beratung am Fließband funktioniert nicht. Um Probleme wirklich zu erfassen und zu klären, müssen Menschen ausreden können. Hilfesuchende brauchen Zeit, um sich zu öffnen."

Das Beratungsangebot zählt zum Grunddienst der Caritas und wird ausschließlich vom Bistum Hildesheim finanziert. Es gibt keinerlei staatliche Förderung. Die ASB begleitet in belastenden Lebenssituationen, gibt psychosoziale Beratung, hilft bei der Überprüfung sozialrechtlicher Ansprüche oder beim Schriftverkehr mit Behörden.

Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von Weltanschauung und Konfession. Der Stundenumfang pro Beratungsstelle beträgt im Durchschnitt 9,5 Stunden pro Woche. Das reicht für 300 Klientinnen und Klienten jährlich - aber nicht mehr. Caritas und SkF benötigen dringend zusätzliche Beratungsstunden.

Antje Braun: "Viele Hilfesuchende resignieren, weil der Ansturm zu groß ist. Das darf nicht weiter so bleiben. Wir wollen und dürfen keine Hilfesuchenden abweisen."

Mehr Information
Ante Braun
Referentin für Allgemeine Sozialberatung
Caritasverband für die Diözese Hildesheim
Telefon 05121 938140
braun@caritas-dicvhildesheim.de

 

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