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Stand: 17.08.2017

Pressemitteilung

Caritas-Jahresthema 2018

Diözesan-Caritasdirektor: Mangel an Wohnraum oder desolate Wohnverhältnisse sind Ausdruck von Ausgrenzung

voll gepackter Einkaufswagen_Installation zum Caritas-Jahresthema 2018Installation zum Caritas-Jahresthema 2018 "Jeder Mensch braucht ein Zuhause" in der Geschäftsstelle des Diözesan-Caritasverbandes Hildesheim. Foto: DiCV Hildesheim

Eng äußerte sich zur Caritas-Jahreskampagne 2018. Sie steht unter dem Motto  "Jeder Mensch braucht ein Zuhause". Das ganze Jahr hindurch wird der Deutsche Caritasverband auf das Thema Wohnen als Grundpfeiler von Teilhabe hinweisen.

Es gelte nun, im Jahr 2018 vor allem die Menschen in den Blick zu nehmen, die nach einer Wohnung suchen, so Eng weiter. "Ich meine damit nicht nur Menschen, die wir als Wohnungslose bezeichnen. Ich denke auch an diejenigen, die in Lohn und Brot stehen und trotz ihres Gehaltes keinen bezahlbaren Wohnraum finden. Wenn es selbst schon für diese Personengruppen schwierig wird, Wohnungen zu finden, stimmt in unserer Gesellschaft etwas nicht", so der Diözesan-Caritasdirektor. Nach Angaben des Deutschen Caritasverbandes fehlen in Deutschland eine Million Wohnungen.

Ganz besonders müsse die Caritas aber die in den Blick nehmen, die auf Sozialwohnungen angewiesen seien, so Eng. Er kritisierte, dass in der Vergangenheit der soziale Wohnungsbau massiv vernachlässigt worden sei. Zahlreiche Sozialwohnungen seien aus der Mietpreisbindung herausgefallen. Dies führe unter dem Strich zu einem Mangel an Sozialwohnungen. Besonders Familien mit geringem Einkommen hätten unter solchen Umständen das Nachsehen bei der Wohnungssuche. Selbst wenn die Miete gesichert vom Jobcenter oder Sozialamt gezahlt werde, könne dies ein K.O.-Kriterium bei der Wohnungssuche sein. "Es ist keine gute Voraussetzung für eine gedeihliche Entwicklung einer Gesellschaft, wenn es in Städten Viertel gibt, in denen nur Menschen ab einer bestimmten Gehaltsstufe aufwärts die Miete bezahlen können", sagte Eng.

Familie mit ihrem Wohnzimmer auf der Straße

Er sieht die Caritas als Solidaritätsstifterin gefordert, sich mit allen zusammenzuschließen, die an dieser Entwicklung etwas verändern können, etwa Kirchen und alle Wohlfahrtsverbände, Wohnungsbaugesellschaften, aber auch die Politik. Er sei zuversichtlich, gemeinsam etwas bewegen zu können. " In Teilen unserer Politik wird das Problem erkannt", so Eng weiter. Die Caritas sollte auch den Kontakt suchen zur Wirtschaft, um sie davon zu überzeugen, wie wichtig es ist, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Auch für Arbeitgeber sei es wichtig zu wissen, dass ihre Mitarbeiter gut wohnen. "Eine Wohnung zu haben, ein Zuhause, wie es das Motto der Jahreskampagne sagt, ist eine unabdingbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Nur wer Teil hat an dieser Gesellschaft, wird sich auch letztlich für sie engagieren. Vernünftige Wohnungsbaupolitik ist daher auch immer gute Sozialpolitik", so der Diözesan-Caritasdirektor.

Die Jahreskampagne 2018 ist die erste von drei Kampagnen innerhalb der Caritas-Initiative "Den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken" von 2018 bis 2020.

Kampagnen-Website
www.zuhause-fuer-jeden.de

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