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Stand: 17.08.2017

Pressemitteilung

Kinderbetreuung

Das richtige politische Signal

Hildesheim. Das Recht des Kindes auf eine angemessene Betreuung endet nicht mit der Zeit in einer Kindertageseinrichtung. Viele Eltern stehen vor dem Problem, dass die klassische Schule in Deutschland nach wie vor die Halbtagsschule ist. Demzufolge steht für 44 Prozent der Grundschulkinder nach dem Unterricht kein Betreuungsangebot zur Verfügung.

"Die von Bundesfamilienministerin Katarina Barley angekündigte Initiative für einen Rechtsanspruch auf Betreuung für Kinder im Grundschulalter ist ein wichtiges familien- und bildungspolitisches Signal", sagt Diözesan-Caritasdirektor Achim Eng, "das nicht als Gegensatz zur Verantwortung der Eltern und zu ihren eigenen Bemühungen verstanden werden darf".

Was seit Jahren trotz hohen politischen Engagements beim Ausbau des Angebots für Kinder unter drei Jahren dagegen völlig unberücksichtigt blieb, ist der Betreuungsbedarf von Schulkindern, sagt Sabine Lessel-Dickschat, Referentin für Tageseinrichtungen für Kinder im Diözesan-Caritasverband. "Dass dieser Bedarf nun nach dem Vorbild des Kita-Rechtsanspruchs aufgegriffen wird, ist überfällig. Für viele Eltern ist es schwierig, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren, auch wenn ihre Kinder in die Schule gehen."

Auch für Schulkinder sei es enorm wichtig, nach der Schulzeit ein Angebot nutzen zu können, durch das eine verlässliche Betreuung, sinnvolle Freizeitgestaltung sowie kindgemäße Hausaufgabenbetreuung gewährleistet wird. Lessel-Dickschat: "Betreuung, Freizeitgestaltung und Hausaufgabenbetreuung sind das Kerngeschäft unserer Horteinrichtungen. Deren Angebot gilt übrigens auch für die Ferienzeit, dann sogar ganztägig."

Dass der Bund sich an der Umsetzung des Rechtsanspruchs für Grundschulkinder finanziell beteiligen wolle, sei ein wichtiges Signal für Länder und Kommunen, die ein solches Angebot alleine nicht umsetzen können. "Wenn der Rechtsanspruch kommt, wird die Bedeutung der Horte eher noch zunehmen", so Lessel-Dickschat.

Der Caritasverband für die Diözese Hildesheim berät 165 Kindertagesstätten mit rund 16.500 Kindern. 15 Prozent der Einrichtungen haben Hortgruppen.

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