Aktuelles/ Mai 2017

Verband/Profilentwicklung

Vier Mal Zukunft

Rechtsträgertagung Hodenhagen 2017 Referent Markus Rohwedder von Solidaris (links) und Reinhard Kühn, Organisator der Rechtsträgertagung vom Diözesan-Caritasverband Hildesheim. Foto: DiCV Hildesheim

Bei der zweiten Rechtsträgertagung der Caritas im Bistum Hildesheim ging es gleich mehrfach um die Zukunft: Zunächst die der verfassten Kirche im Bereich Personal: Wie viele Pfarrer kann und wird es zukünftig noch geben, und wie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen ihnen zur Seite. Ist das Bild vom Seelsorger alten Zuschnitts noch haltbar? Die Antwort: Es wird neue pastorale Strukturen und neue Formen der Seelsorge vor Ort geben. Die Zahl der Priester wird sinken, die Vielfalt zunehmen. Vor allem lokal vor Ort, je nach Bedürfnissen der Pfarrgemeinden.

Zukunft 2: Die Frage der Wirkungsmessung sozialer Arbeit. Das neue Bundesteilhabegesetz etwa sieht vor, Leistungserbringer zukünftig einer Wirkungskontrolle unterziehen. Öffentliche und private Kostenträger werden zunehmend zu Investoren, bei denen nicht mehr die rechtmäßige und bedarfsgerechte Erbringung von Dienstleistungen interessieren, sondern die Wirksamkeit der eingesetzten Mittel in den Fokus rückt. Wie Wirkungsorientierung in der Caritas-Praxis aussehen kann, erläuterten Carolin Wetzke vom Beratungshaus Phineo und Michael Sommer vom Deutschen Caritasverband.

Zukunft 3: Caritasunternehmen im Bistum Hildesheim als attraktive Arbeitgeber*innen. Dazu gehört es, Arbeitsbedingungen zu schaffen, die flexibel und ressourcenorientiert auf die Lebenssituation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angepasst sind. Der Journalist Erik Albrecht erläuterte, wie besonders die nächste Generation, genannt „Generation Y“, tickt und gewonnen werden kann.

Anschließend referierte Markus Rohwedder von Solidaris über wichtige Änderungen der sogenannten Abgabenordnung (AO). Die AO beschreibt etwa Wohlfahrtspflege als planmäßige, zum Wohle der Allgemeinheit ausgeübte Sorge für notleidende und gefährdete Mitmenschen. Sie definiert die Arbeit der Caritas und der anderen Wohlfahrtsverbände ausdrücklich als nicht profitorientiert. Die Änderung der AO erschwert zukünftig das Wirtschaften, weil Querfinanzierungen zwischen Diensten und Einrichtungen der Caritas-Rechtsträger eingeschränkt werden sollen.

An der Rechtsträgertagung in Hodenhagen nahmen rund 60 Caritas-Führungskräfte mit Trägerverantwortung teil.