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Vorstellung des neuen Nothilfe-Fonds

Bischof Trelle und Dr. Markus: Flüchtlings-FondsBischof Norbert Trelle (links) und Diözesan-Caritasdirektor Dr. Hans-Jürgen Marcus erläutern die Aufgaben des neuen Nothilfe-Fonds für Flüchtlinge.Foto: bph/Wala

Das Bistum Hildesheim hat einen Nothilfe-Fonds für Flüchtlinge aufgelegt: Damit sollen die Flüchtlingshilfe der Caritas sowie die ehrenamtlich getragenen Hilfsvorhaben von Pfarrgemeinden und Initiativen unterstützt werden. Das hat Bischof Norbert Trelle Anfang Januar auf dem Neujahrsempfang des Diözesanrates der Katholiken im Bistum Hildesheim bekannt gegeben: "Die Hilfsbereitschaft für Menschen auf der Flucht ist in Niedersachen sehr groß. Mit dem Fonds wollen wir Aufnahme und Unterstützung der Flüchtlinge weiter verbessern."

Der Hildesheimer Bischof Norbert Trelle liest die christliche Bibel auch als Dokument von Flüchtlingsgeschichten: "Der christliche Glaube wächst aus der Erfahrung von Vertreibung." Zudem verbinde die Erfahrung von Flucht Judentum, Christentum und Islam: "Daher hoffe ich, dass wir in Deutschland weitere Wege des Miteinanders dieser drei großen Weltreligionen finden."

Auch die Niedersächsische Landesbeauftrage für Migration und Teilhabe, Doris Schröder-Köpf, lobt das Engagement der Kirchen für Flüchtlinge. "Das ist ein deutliches Signal gegen die Vereinfacher von PEGIDA", betont die Sozialdemokratin vor dem Hintergrund von Demonstrationen gegen die angebliche Islamisierung des Abendlandes. Die Solidarität mit Flüchtlingen sei so groß wie lange nicht mehr. Zudem helfe die Kirche auch da, wo staatliche Möglichkeiten enden — wie bei der medizinischen Versorgung von Menschen, die illegal in Deutschland leben: "Daher setzt sich die Landesregierung für einen anonymen Krankenschein ein. Niemand darf Angst haben, zum Arzt zu gehen."

Auf die weltweite Situation von Flüchtlingen macht Conrad Graf von Hoyos aufmerksam. Der stellvertretende Diözesanleiter der Hildesheimer Malteser koordiniert zurzeit ein Hilfsprojekt im Libanon: "Dort leben offiziell 1,15 Millionen syrische Flüchtlinge — in einem Land, das selbst nur 4,5 Millionen Einwohner zählt." Die Not sei groß, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen könne kaum genügend Geld für Unterkunft, Nahrungsmittel und Medizin aufbringen. "Niemand flüchtet freiwillig aus seiner Heimat", sagt Hoyos. Die Staatengemeinschaft sei gefordert, sich für Hilfen in Krisenländern oder in deren unmittelbarer Nachbarschaft einzusetzen.

"Die Angst vor Verfolgung, Krieg und Tod treibt Menschen zu uns", betont Elisabeth Eicke, Vorsitzende des Hildesheimer Diözesanrates. Flüchtlinge wollen in Frieden und Sicherheit leben: "Unser Auftrag als Christen ist es, sie willkommen zu heißen."

Diesen Auftrag vor Ort zu unterstützten, ist eines des Anliegen des Nothilfe-Fonds. Zudem wird das Personal der Caritas im Grenzdurchgangslager Friedland aufgestockt. "Benötigt werden weitere Mitarbeiter für die Beratung und Begleitung von Flüchtlingen sowie für Dolmetschertätigkeiten", sagt Diözesan-Caritasdirektor Dr. Hans-Jürgen Marcus.

Darüber hinaus werden die zwölf Caritasverbände im Bistum unterstützt, die über Beratungsstellen für Migranten verfügen. Jeder Verband erhält auf Antrag beim Diözesan-Caritasverband bis zu 40.000 Euro, um die Flüchtlingshilfe vor Ort zu verbessern. Bis zu 150.000 Euro sind für Initiativen vorgesehen, die von Ehrenamtlichen für Flüchtlinge geleistet werden. Pro Vorhaben können maximal 5.000 Euro beantragt werden. Der wichtige Fonds ist auf zwei Jahre angelegt.

Diözesan-Caritasverband Hildesheim, 22.01.2015