Bleiberecht für Gazale Salame: Niedersachsen braucht eine humanitäre Offensive
Caritas fordert Perspektive für Flüchtlinge nach fünf Jahren
„Wenig Fremdenfreundlichkeit
und Humanität auf der Landesfahne“
Niedersachsen braucht eine humanitäre Offensive
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Caritas fordert: verlässliche Perspektive für Flüchtlinge nach
fünf Jahren
Hildesheim. Fast auf den Tag genau vor vier Jahren wurde
Gazale
Salame
zusammen mit ihrer jüngsten Tochter im dritten
Monat schwanger in die Türkei abgeschoben, während ihr Mann Ahmed die beiden
größeren Mädchen in die Schule brachte. Die junge Frau war im Alter von sechs
Jahren mit ihren Eltern aus dem Libanon geflohen und in Deutschland aufgewachsen.
Hier gründete sie zusammen mit ihrem Mann Ahmed
Siala
eine Familie. Ahmed
Siala
lebt seit 24 Jahren in
Deutschland.
„Es wäre zu erwarten, dass ein Land wie Niedersachsen
Siala
und seine Frau aufnimmt“,
sagt
Dr. Hans-Jürgen Marcus, Direktor des Caritasverbandes für die Diözese
Hildesheim.
Gerade in Niedersachsen gebe es viele
Menschen, die Flucht und Vertreibung selber erlebt haben. Man s
ollte
meinen, dass ein solches Land in besonderer Weise die Sorge um den Fremden und
das Wohl der Menschen, die unfreiwillig unterwegs sind, auf seine Landesfahne
geschrieben habe. Schließlich hänge die Humanität eines Landes und einer
Gesellschaft zentral davon ab, wie sie mit dem Fremden umgeht. „Leider kann man
als Niedersachse wenig Fremdenfreundlichkeit und Humanität auf der Landesfahne
entdecken“, so Marcus.
Die Geschichte von Ahmet Siala und Gazale Salame und ihren Kindern illustriere dies auf eine fast schon zynische Weise.
Marcus: „Herr Minister Schünemann : Als Caritas der Kirche erwarten wir etwas anderes von Ihnen. Es ist aus unserer Sicht Menschen nicht zuzumuten, länger als fünf Jahre hier zu leben, ohne eine verlässliche Perspektive zu haben. Herr Siala und Frau Salame gehören mit ihren Kindern hierher. Wir erwarten, dass Familien geschützt und nicht auseinander gerissen werden.“ Herr Siala müsse eine Aufenthaltserlaubnis erhalten, seine Frau mit den Kindern umgehend zurückkehren können – und zwar für immer. „Humanität braucht wieder Platz in Niedersachsen. Und zwar schnell, unbürokratisch und nachhaltig. Niedersachsen braucht eine humanitäre Offensive“, so Marcus weiter.
„Der Fall zeigt Inhumanität in
besonders hohem Maß“, sagt auch Hedwig
Mehr Information: Hedwig
E-Mail:
mehring@caritas-dicvhildesheim.de
9. Februar 2009
